Letzte öffentliche Veranstaltung im Beiwagen vor Restaurierungsbeginn

Am Montag, 16. Oktober, fand eine ungewöhnliche Lesung statt. Im historischen Straßenbahnzug in der Dieselstraße las die bekannte Regensburger Autorin Angela Kreuz aus ihrem neuen Buch „Straßenbahnträumer“.

In diesem Buch zieht sich die Straßenbahn durch das Denken und Fühlen von Menschen, und es mischen sich Urlaubserinnerungen aus Lissabon, wo Tagein Tagaus eine historische Straßenbahn durch die Altstadt

fährt mit dem heutigen Regensburg, wo die Gassen noch existieren aber die Straßenbahn nur mehr ein Traum ist. Der Beiwagen wurde mit kleinen Lämpchen idyllisch beleuchtet und ist – selbst wenn er nicht fährt – ein romantischer Ort für solche Veranstaltungen. In diesem einzigartigen Ambiente des gemütlich aufbereiteten und vollbesetzten Beiwagens las Angela Kreuz dem gespannten Publikum aus ihrem neuen Buch vor.

 

Günther Schieferl und Thomas Friedrich, einige der letzten Straßenbahner Regensburgs haben nach dem offiziellen Teil aus ihren Erfahrungen geplaudert, das Publikum im vollbesetzten Beiwagen war sehr interessiert. Die anwesenden Teilnehmer waren einhellig der Meinung, dass der alte Zug ein idealer Ort für solche Veranstaltungen ist. Neben Frau Manuela Bonfissuto vom Gietl-Verlag war auch Herr Birzer vom MZ-Verlag begeistert, sie bedauerten, dass Herr Josef Roidl, Geschäftsführer der Gietlverlags durch eine andere Veranstaltung verhindert war.

 

Leseprobe

„Jens hat in Hamburg Schiffbruch erlitten und ist aus der richtigen Grossstadt nach Regensburg zurückgekehrt. Er jobbt in einer Provinz-Agentur für Werbung auf Firmenwägen, obwohl er als Künstler hoch hinaus wollte. Seit dem Suizid seines besten Freundes Frank ist er wie gelähmt – Schuldgefühle, Ängste und Selbstzweifel quälen ihn. In seiner desolaten Lage verliebt er sich ausgerechnet in die neue Nachbarin, die als Street-Art-Aktivistin der Werbeindustrie den Kampf angesagt hat und nachts Plakate ‚umbaut‘. Trespass ist überzeugte Singlefrau, der ihre Unabhängigkeit heilig ist. Jens‘ Grossvater war nach dem Krieg Schaffner bei der Regensburger Strassenbahn gewesen – bis zu deren Stilllegung in den 60er Jahren – und hat Jens seine massstabsgetreuen Modelle vermacht. Um der Realität zu entfliehen, lässt Jens in seinen Tagträumen die alte Tram wieder durch die Stadt rattern. Doch er muss in die Gänge kommen und etwas unternehmen, wenn er Trespass für sich gewinnen will.“

 

Angela Kreuz

Angela Kreuz hat in Konstanz am Bodensee Psychologie und Philosophie studiert und ist seit 2001 in Regensburg fest verwurzelt. Sie schreibt Romane, Kurzgeschichten und Gedichte. Wie ihr Protagonist Jens in ihrem neuen Roman träumt sie von alten Straßenbahnen. Ihre Recherchen führten sie bis nach Lissabon, wo sie sich – wie Jens – in die historische Linie 28 verliebt hat. 2012 wurde sie für ihre vielfältigen literarischen Projekte mit dem Kulturförderpreis der Stadt Regensburg ausgezeichnet. Mehr Infos unter www.angelakreuz.de.

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